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Divenhaft, lasziv und fröhlich gesetztes Spitzen gegen Männer

Viktoria Lein präsentiert im neuen Schauspielhaus Uelzen ihr aktuelles Programm wo die Liebe hinfällt.

Uelzen – Wer sich gut unterhalten wissen will, kann getrost zu Viktoria Lein ins Neue Schauspielhaus gehen. Die präsentierte dort am Wochenende ihr jüngstes Programm „Wo die Liebe hinfällt“. Und es wird wohl nicht ihr letzter Auftritt in der Hansestadt gewesen sein.
Lein, die zuletzt mit „Singen Sie mal blond!“ vor zwei Jahren zu Gast war, hat ihr Programm weithin umgekrempelt: Weniger Kabarett, mehr Plauderei und der Anspruch, einen „romantisch-komödiantischen Liederabend anzubieten. Sicher, Lein nahm in der ersten Programmhälfte den Männersender DMAX, vor allem aber seine männlichen Zuschauer als „Couch-Kartoffeln“ aufs Korn und widmete ihnen einen eigenen Song. Aber Lein stellte Facetten der Liebe in den Mittelpunkt des Abends. Und noch:  Männerfeindlich sollte es nicht sein. Aber das andere Geschlecht bekam aus betont fraulicher Perspektive ordentlich sein Fett weg.
Da gilt es beim „Schlussmachen“ von Beziehungen, als Frau königliche Haltung zu bewahren. „Die Waffen der Frauen kann kein Mann verdauen“, singt Lein im Tango mortale im zweiten Teil Iris Programm. Und es gibt den „Sauerkraut-Blues“ über die Freundin Irina aus St. Petersburg, die gehört hat, dass deutsche Männer gut kochen können, sich quer durch die Republik auf die Suche macht und schließlich im Bayerischen bleibt.
Und nicht zuletzt: statt „Für dich soll’s rote Rosen regnen“ singt Lein über einen Verflossenen „Für dich soll’s Herpesbläschen regnen“.
Lein, die gebürtige Russlandsdeutsche aus Kasachstan, hat einen tollen Schlager über Katharina die Große („Eine Riesen-Persönlichkeit“),ihre Liebschaften und ihre Gardeoffiziere im Programm und startet den zweiten Teil als „Bond-Girl“, nachdem sie gleich zu Beginn der Vorstellung darauf hingewiesen hat, dass „Diamonds a girl’s best friend“ sind.
Mal divenhaft, mal lasziv, aber in aller Regel fröhlich, offen und mit einer einnehmenden Bühnenpräsenz steuert Lein durch den Abend. Technisch mal von Playback unterlegt, mal sich selbst am E-Piano begleitend ist die im klassischen Fach ausgebildete Sängerin unterwegs. Da fehlt auch ein Medley mit übertexteten Pop-Songs nicht und die steigende Stimmung im Publikum spricht Bände: anerkennende Zurufe mischen sich in den Applaus und bei „A little party never killed nobody“ ist das Publikum schlicht hingerissen.
Viktoria Lein, die immerhin ihr Herz an ihren Mann Heinrich verloren hat, macht es ihren Zuhörern leicht, bei allen musikalischen Spitzen gegen das männliche Geschlecht an die Liebe zu glauben. Es gibt als Zugabe „Que sera, sera“ – und das Publikum schunkelt sich wohlig in den fortgeschrittenen Abend.

Von Christian Holzgreve

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